Zuwanderung und soziale Integration

Teamwork

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Mehr als 65 Millionen Menschen waren im Jahr 2015 auf der Flucht. Die zahlreichen Flucht- und Migrationsursachen, ob Krieg und Verfolgung, Hunger oder wirtschaftliche Perspektivlosigkeit sind, unter anderem, Ausdruck einer bislang fehlenden nachhaltigen Entwicklung. Zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung gehören jedoch nicht nur die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Stabilisierung von Aufnahmeregionen, sondern auch die Integration von Menschen mit guter Bleibeperspektive. Es bedarf erheblicher öffentlicher Anstrengungen, vom Integrations- und Sprachkurs, über das Bildungssystem bis hin zur Arbeitsmarktintegration, die Schaffung von Wohnraum und die Unterstützung der gesellschaftlichen Integration. Lebenswelten, die eine Radikalisierung begünstigen, müssen bestmöglich vermeiden werden. Insbesondere Problemstadtteile und Parallelgesellschaften dürfen gar nicht erst entstehen. Die Hauptlast bei der Unterbringung, Verortung und Integration liegt hier bei den Kommunen. Hierbei müssen Integrationsüberlegungen die Potenziale und Herausforderungen der einzelnen Regionen im Blick behalten, insbesondere im Hinblick auf Wohnraum, Arbeitsplätze, Integrationsangebote und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Um die nachhaltige Transformation in den Städten voranzubringen, müssen partizipative, bürgerbestimmte Forschungs- und Entwicklungsprojekte gefördert werden. Diese müssen von den Bedürfnissen der Akteure, unter Berücksichtigung sozialer Vielfalt, ausgehen. Die urbane Teilhabe aller städtischen Akteure muss gewährleistet sein. Integration ist hier die Grundvoraussetzung. Es gilt neue Ansätze zur Stärkung sozialer Strukturen zu entwickeln und anzuwenden. Hierbei werden beispielsweise die Fragen aufgeworfen: Wie kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft, in unterschiedlichen Lebenslagen, mit unterschiedlichen Ressourcen, Lebensstilen, Wertvorstellungen und Kompetenzen in der Stadt miteinander zurecht? Wie lassen sich Fremdheit und auch Konflikte in produktiver oder zumindest nicht ausgrenzender Weise bewältigen?

In zwei Begleitkreisen der Innovationsplattform Zukunftsstadt (IPZ) im November 2017 sowie März 2018 haben Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Forschung, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutiert, wie soziale Ungleichheit im städtischen Raum verhindert und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden können. Insbesondere wurde betrachtet, wie zugewanderte und sozialschwache Personengruppen sozialräumlich integriert und Infrastrukturen der Begegnung gefördert werden können und welchen Beitrag Forschung dazu leisten kann.

In den Begleitkreisen konnte festgehalten werden, dass es weniger an Grundlagen-, sondern eher an Umsetzungswissen mangelt. Vor allem die Stärkung der kommunalen Strukturen und ihrer Entscheidungsträger sowie die Unterstützung des Transfers von kommunalem Entscheidungswissen wurden wiederholt genannt. Um diesen Bedarfen nachzukommen, wird nun ein Konzept für ein so genanntes kommunales Coaching erarbeitet. Dieses soll durch Bereitstellung von Wissen und Fähigkeiten für die Umsetzung von Nachhaltigkeit vor Ort, sowohl Kommunen untereinander, aber auch vor allem auch Kommunen und Wissenschaft in einer neuen Form zusammen- und näherbringen sowie zur wissenschaftsgeleiteten Lösung von Herausforderungen vor Ort beitragen.