Urbane grüne Infrastrukturen

Urbane grüne Infrastrukturen

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In der Balance zwischen höheren baulichen Dichten und guten Frei- und Grünraumqualitäten müssen neue Formen multifunktionalen Stadtgrüns und Stadtblaus entwickelt werden und auch ihre Bewirtschaftung in die Planung einbezogen werden. Solche Strategien, die eine naturnahe Entwicklung von Stadtgrün und Stadtblau mit sozialen Nutzungsanforderungen verbinden, können zugleich einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten (beispielsweise durch die Bindung von CO2, die Erhöhung der Biodiversität und den sparsamen Umgang mit Fläche) sowie der Gesundheitsvorsorge und dem sozialen Zusammenhalt dienen.

Für eine integrierte, nachhaltige Stadtentwicklung ist entscheidend, neue Freiräume durch die Aktivierung von Flächenpotenzialen zu gewinnen. Der Bund verfügt in vielen Kommunen über Liegenschaften, die zur Förderung grüner Infrastrukturen und des urbanen Umweltschutzes genutzt werden könnten. Dazu gehören beispielsweise brachliegende Liegenschaften, die den Vermögen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) oder des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) zugeordnet sind oder sich im Besitz bundeseigener Gesellschaften, etwa im Eigentum der Deutschen Bahn, befinden und nicht mehr betriebsnotwendig sind oder keine direkte Entwicklungsperspektive haben. Hinzu kommen lineare Infrastrukturen, wie etwa Bundesautobahnen, Bundesfernstraßen und -wasserstraßen sowie Schienenwege, die zum Verantwortungsbereich des Bundes gehören.

Leitfragen:

  • Wie können Liegenschaften des Bundes dauerhaft oder als Zwischennutzung für zusätzliches Stadtgrün und für die Stadtnatur genutzt werden, gerade auch vor dem Hintergrund neuer Bedarfe wie etwa im Zusammenhang mit der der Covid19-Pandemie?  Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind erforderlich? Welche Akteure müssen an einen Tisch gebracht werden? Welche Förderungen können dabei unterstützen?  Und welche Grundlagen, Planungen und Umsetzungsschritte im Sinne der integrierten Stadtentwicklung sind dafür erforderlich?

  • Und wie können darüber hinaus auch die oft monofunktional genutzten, linearen Infrastrukturen des Bundes und angrenzende Flächen künftig noch mehr in Strategien für mehr Stadtgrün und Stadtnatur einbezogen werden? Wie können diese die hohen Bedarfe nach Biotopvernetzung, linearen Strukturen zur Klimaanpassung (Frisch- und Kaltluftzufuhr) und nachhaltigen Mobilitätskonzepten unterstützen? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind erforderlich? Welche Akteure müssen an einen Tisch gebracht werden? Welche Förderungen können zielfördernd sein?

  • Wie kann eine klimaresiliente und umweltverträgliche Gestaltung der „Oberflächen“ der linearen Infrastrukturen insgesamt stärker in der Liegenschaftspolitik des Bundes verankert werden?