26.11.2020 - 27.11.2020

Digitalkonferenz

The URP2020 – Sustainable & Resilient Urban-Rural Partnerships

Die internationale Fachkonferenz für nachhaltige und resiliente Stadt-Land-Partnerschaften fand im November 2020 statt. Die IPZ organisierte zusammen mit UN-Habitat eine Session.

Eine nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land ist eine große Herausforderung gerade in Zeiten der Klimakrise, Corona-Pandemie, fortschreitender Urbanisierung und dynamischer Wohnungsmärkte. Vom 26. - 27. November 2020 fand erstmals die europäische Fachkonferenz „Urban Rural Partnership 2020“ unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung statt. Ziel war der internationale Austausch von Wissenschaft, Politik und Praxis zu Lösungsansätzen und möglichen Forschungsbedarfen rund um die integrierte nachhaltige Stadt-Land-Forschung.

In diesem Rahmen organisierte die Geschäftsstelle der Innovationsplattform Zukunftsstadt gemeinsam mit UN-Habitat sowie den Zukunftsstädten Bennewitz und Lüneburg eine Session unter dem Titel „Linking Practical Requirements and Territorial Policy Tools“. In dieser wurden integrierte Ansätze und effektive Governance-Systeme in städtischen und regionalen Kontexten diskutiert, sowie Best Practices aus erfolgreichen Stadt-Land-Partnerschaften, dem regionalen Landnutzungsmanagement sowie Kreislaufwirtschaftssystemen vorgestellt.

Logo The URP2020

Im Rahmen der Session zeigte sich, dass durch die Corona-Pandemie eine Rückbesinnung auf regionale Räume und Märkte zu beobachten ist. Stadt-Land-Beziehungen gewinnen vor dem Hintergrund geschlossener Landesgrenzen und eines eingeschränkten globalen Güterverkehrs an Bedeutung. Ländliche Regionen sind oftmals entscheidend für die Lebensmittelerzeugung und zugleich abhängig vom gebundenen Kapital der umliegenden Städte. Umso wichtiger ist es, das komplexe Netz von Abhängigkeiten ökonomischer, ökologischer und sozialer Natur durch ganzheitliche, integrierte Planungskonzepte und den Aufbau partizipativer Strukturen zu stärken.

Als konkretes Umsetzungsbeispiel diente der Beitrag des Projekts WERTvoll aus der Gemeinde Bennewitz. Das Vorhaben befasst sich mit neuen Wegen und Ideen, um Probleme des ländlichen Raumes mit wenig Ressourcen zu lösen. Durch die Entwicklung von Mehrfachnutzungskonzepten wurden z.B. unterschiedliche Leistungen, wie die Nahrungsmittelerzeugung, Biodiversität und Trinkwassergewinnung gezielt auf derselben Fläche verankert. Zusammen mit dem Glasfaserausbau, modernen Energiekonzepten sowie Kooperationen mit Leipziger Märkten stieg so die regionale Wertschöpfung und die Anschlussfähigkeit an urbane Räume in Bennewitz.

Im Rahmen des Wettbewerb Zukunftsstadt setzt die Stadt Lüneburg auf die Implementierung von Reallaboren. Dank der starken partizipativen Strukturen und der bürgernahen Gestaltung wird ein integriertes, urbanes Entwicklungskonzept etabliert und stetig umgesetzt. Dieses orientiert sich stark an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und hat aufgrund der vielfältigen Themen auch immer einen Bezug zum Umland.

Als Resultat der URP2020-Session kann festgehalten werden, dass Stadt-Land-Beziehungen klimafreundlich, effizient und krisenfest sind. Entscheidend ist die Entwicklung eines Bewusstseins der Gegenseitigkeit in Bezug auf urbane und ländliche Räume sowie Investitionen, die in den Regionen für nachhaltige Stabilität sorgen.

Die Dokumentation der Veranstaltung ist hier verfügbar.