Stadt Ludwigsburg

Neben der partizipativen Erarbeitung einer digitalen Agenda und deren Integration ins Stadtentwicklungskonzept wurde das Living Lab als transdisziplinären Innovationsnetzwerk der Stadt Ludwigsburg strukturell verstetigt.

Stadtlabor-Makeathon

Kreativ-Workshop (Makeathon) macht die Stadt zum Spielfeld

IAO Fraunhofer/Stuttgart

Vision für Ludwigsburg 2030, Verstetigung des Innovationsnetzwerkes Living LaB

Digitale Agenda Ludwigsburg

Stadtlabor-Makeathons

Ludwigsburg ist ein bedeutendes Mittelzentrum in der Region Stuttgart, das bereits 2004 einen integrierten Stadtentwicklungsprozess mit einer umfassenden Bürgerpartizipation initiiert hat. Seither werden alle zwei bis drei Jahre Zukunftskonferenzen mit Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt, deren Ergebnisse in Masterpläne einfließen, die von der Stadtverwaltung umgesetzt werden.

2015 konnte durch die Projektförderung in der ersten Förderphase von Zukunftsstadt die 5. Ludwigsburger Zukunftskonferenz stattfinden. In dieser erarbeiteten die Bürgerinnen und Bürger eine Vision für Ludwigsburg 2030: Im Rahmen eines zweijährigen Entwicklungsprozesses mit rund 1000 interessierten Bürgerinnen und Bürger entstand das integrierte Stadtentwicklungskonzept "Chancen für Ludwigsburg". Das Stadtentwicklungskonzept beinhaltet Leitsätze und Zielen zu elf Themenfeldern, welche das gesamte städtische Handeln abdecken. Es wurde seither kontinuierlich umgesetzt und mit der Zukunftskonferenz 2018 fortgeschrieben.

In der ersten Förderphase wurde außerdem die Verstetigung des Living LaB der Stadt Ludwigsburg erreicht. Das Kernteam dieses Innovationsnetzwerks hat sich zu einem operativ arbeitenden Team von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt, in dem die Stadt Ludwigsburg, Partner aus Wirtschaft, Industrie und Forschungseinrichtungen in einzigartiger kooperativer Weise zusammenarbeiten. Aus dieser Zusammenarbeit haben sich zahlreiche Impulse für neue, innovative Technologien insbesondere in den Themenfeldern Mobilität, Energie und Klimaanpassung, Architektur und Bauen sowie IT und Datenmanagement entwickelt, die vor Ort unter realen Bedingungen im Stadtraum erprobt wurden. Einige der Pilotprojekte konnten inzwischen ins Alltagsgeschäft der Stadtverwaltung überführt werden.

Der Fokus der zweiten Phase Zukunftsstadt (2017-2018) wurde auf die Beteiligung der Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger an der digitalen Transformation der Stadt zu einer Smart City gelegt, wobei insbesondere die Themen "Smart City Plattform" und digitales Bürgerkonto im Vordergrund standen. Mit dem Ziel, ein Verständnis der für die Bürger wichtigen Fragen aufbauen und zukünftige Inhalte danach ausrichten zu können, wurden sowohl die Wahrnehmungen, Meinungen und Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern als auch die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Akteursgruppen ermittelt. Die Ergebnisse wurden auf der Zukunftskonferenz im Juni 2018 diskutiert. Auf Basis dessen entstand in der zweiten Phase der Zukunftsstadt die digitale Agenda der Stadt Ludwigsburg, die in das Stadtentwicklungskonzept aufgenommen wurde.

Des Weiteren entstanden in einer Serie von sogenannten "Makeathons" im temporären Stadtlabor der Stadt sozio-digitale Innovationen gemeinsam mit Bürgern, Experten aus Industrie, Design und Forschung. Die prototypischen Lösungen adressierten Bereiche wie Mobilität, soziales Klima & Nachbarschaft, Stadtentwicklung, Handel und Innenstadt. Eingesetzte digitale Werkzeuge waren Augmented Reality, Gamification und emotionale Stadtkartierung. Beispielsweise entstand ein Prototyp eines 3D-Stadtmodells auf welches verschiedene Visualisierungen und Informationen, wie beispielsweise der zuvor gemessene Stress beim Radfahren auf Straßen und Kreuzungen projiziert werden konnten.