Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2021

Zur Erreichung der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung bedarf es auch seitens der Städte und Regionen Innovationen und Strategien. Die IPZ unterstützt deshalb den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die kommunale Praxis.

Auf Grundlage der Agenda 2030 und der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen hat das Bundeskabinett die Weiterentwicklung 2021 der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) verabschiedet.

Besonderen Nachdruck erhält die aktualisierte DNS durch die Beteiligung der interessierten Fachöffentlichkeit sowie von Bürgerinnen und Bürgern in einem breit angelegten Dialogprozess. Die Weiterentwicklung der DNS erfolgt zeitlich und inhaltlich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, weshalb ein Schwerpunkt auf Widerstandsfähigkeit und Resilienz im Angesicht globaler Krisen gelegt wurde.  

Sustainable Development Goals

17 Sustainable Development Goals

Die Bundesregierung

Die aktualisierte Strategie identifiziert sechs zentrale Transformationsfelder, in denen Fortschritte für mehr Nachhaltigkeit besonders relevant sind: „Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit“, „Energiewende und Klimaschutz“, „Kreislaufwirtschaft“, „Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende“, „Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme“, „Schadstofffreie Umwelt“. Mit ihrem breiten Förderansatz leistet die BMBF-Strategie für Nachhaltigkeit (FONA) als zentrales Instrument einen entscheidenden Beitrag für die Umsetzung aller Transformationsbereiche der DNS.

Zu diesen Transformationsfeldern hat vor allem die städtische Entwicklung starke Bezüge, denn Städte sind Wohn- und Arbeitsort für eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern, aber zugleich auch Orte hoher ökologischer Belastungen. Deswegen muss die integrierte und nachhaltige Stadtentwicklung darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und Anpassungen an den Klimawandel zu realisieren, vor allem hinsichtlich immer häufiger auftretender Extremwetterereignisse. Entscheidend ist hierbei die Berücksichtigung der jeweiligen regionalen und lokalen Bedingungen der Städte und ihrer Quartiere sowie die unterschiedlichen Anforderungen, Traditionen und Kompetenzen.

Eine inhaltliche Rahmung bietet die Neue Urbane Agenda der Vereinten Nationen, indem sie die Komplexität städtischer Entwicklung anerkennt. Maßgebendes Leitbild ist die „Stadt für alle“, die von allen Bewohnerinnen und Bewohnern gleichberechtigt genutzt wird. Ziel ist die Schaffung einer Grundlage, die sicherstellt, dass alle Menschen, heute und in der Zukunft ohne jede Diskriminierung gerechte, sichere, gesunde, frei zugängliche, erschwingliche, resiliente und nachhaltige Städte bewohnen und schaffen können. Die Neue Urbane Agenda ist somit ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der ⁠UN⁠-Nachhaltigkeitsziele, insbesondere SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“. Komplementär dazu erkennt auch die DNS, dass die Übertragung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in die kommunale Praxis unerlässlich für die grüne Transformation der Städte und Regionen ist. Die Innovationsplattform Zukunftsstadt (IPZ) der Bundesregierung dient in dem Zusammenhang seit 2016 der Umsetzung der Erkenntnisse aus der Forschung im nationalen und internationalen Kontext der nachhaltigen Stadtentwicklung.

Beispielsweise herrscht Konsens darüber, dass die Verkehrswende zu einer post-fossilen Mobilität nur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gelingen kann. Lösungen für einen ganzheitlichen Ansatz bei der Entwicklung von Mobilitätskonzepten, der auf die Verbesserung städtischer Lebensverhältnisse sowie den gemeinwohlorientierten Ausgleich ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte ausgerichtet ist, wurden Anfang 2021 im Rahmen eines Begleitkreises der IPZ mit Expertinnen und Experten diskutiert. Die Ergebnisse fließen in die weitere Politikgestaltung der IPZ-Partnerressorts ein und werden auch bei der Weiterentwicklung der Hightech-Strategie der Bundesregierung berücksichtigt.

Städte und Gemeinden sind bereits vielfach als internationale Akteure aktiv und tauschen sich in kommunalen Partnerschaften über wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen aus, wie zum Beispiel im Rahmen der Förderrichtlinie Zukunftsstadt goes Europe. Hier werden Nachhaltigkeitskonzepte und Anpassungsmaßnahmen, die in partizipativen und integrativen Prozessen erarbeitet wurden, ins europäische Ausland transferiert und im Rahmen eines Wissensaustauschs weiterentwickelt.