Citizen Science: Forschung für alle - Bürgerinnen und Bürger schaffen Wissen für die nachhaltige Stadtentwicklung

Pflanze in Lupe

pixabay

Citizen Science: An der Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft

Bürgerforschung oder Citizen Science ist für alle Bürgerinnen und Bürger offen, ganz unabhängig von ihrer Expertise. Sie befähigt die Zivilgesellschaft, an wissenschaftlichen Projekten ­teilzunehmen, die Entwicklung von Fragestellungen zu begleiten und neue Impulse in die Wissenschaft zu tragen. Große Freiwilligennetzwerke ermöglichen es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, relevante Daten zu sammeln – ortsunabhängig und kostengünstig. Durch eine gezielte Förderung der Zusammenarbeit und Vernetzung der Zivilgesellschaft mit Forschungseinrichtungen können entsprechende Ressourcen optimal aktiviert, genutzt und Bürgerforschung als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Wissenschaft etabliert werden. Als Instrument zur Bündelung der Ressourcen aus städtischer Gesellschaft und Wissenschaft verfolgt Citizen Science stets das Interesse, der allgemeinen Öffentlichkeit zu dienen und eignet sich dafür insbesondere für Themen rund um Städte der Zukunft und Nachhaltigkeit.

Förderung neuer Citizen Science Projekte

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2016 ein eigenes Programm zur Förderung von bürgerwissenschaftlichen Vorhaben aufgelegt. Mit der im Jahr 2019 veröffentlichten Fortsetzung des Programms sollen Projekte gefördert werden, bei denen die Zivilgesellschaft als Mitforschende oder Initiatoren zusammen mit Hochschulen sowie Kommunen oder Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) neues Wissen, Technologien oder neue Ansätze zu bereits existierenden technischen und sozialen Innovationen entwickelt. So fördert das BMBF ab 2021 15 neue Citizen Science Projekte über eine Laufzeit von bis zu vier Jahren und mit einem Gesamtvolumen von neun Millionen Euro. Ausgewählt wurden die Vorhaben durch eine interdisziplinäre Expertenjury aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Verbundprojekt PflanzeKlimakultur werden beispielsweise die Wachstumsphasen und Anpassungsfähigkeit von Pflanzen im urbanen Raum erforscht. Dafür sammeln engagierte Bürgerinnen und Bürgern in Gärten und Parks der Städte Berlin, Halle, Jena, Leipzig und Frankfurt Daten. Unter der Leitung der Freien Universität Berlin wird so ein Bewusstsein für Naturschutz und Klimaanpassung für urbane Grünflächen vermittelt. In Bürgerlaboratorien können die Freiwilligen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, NGOs und städtischen Vertreterinnen und Vertretern passende, grüne Lösungen für die urbane Resilienz ihrer Stadt diskutieren.