Berlin-Charlottenburg (Mierendorff-INSEL)

Die nachhaltige Mierendorff-INSEL 2030

„Nachhaltige Mierendorff-INSEL”, Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf
Die Mierendorff-INSEL als attraktiver, toleranter, barrierefreier, gesunder, kommunikativer und zukunftsfähiger Lebensraum. Ein Lebensraum für alle Generationen, die untereinander vernetzt sind und an der Entwicklung ihres Stadtteils aktiv und selbstbestimmt mitwirken. Diese Vision hat sich die lokale Initiative „Nachhaltige Mierendorff-INSEL“ auf ihre Fahnen geschrieben. In der Initiative, die eng mit dem Bezirk zusammenarbeitet, haben sich engagierte Bewohner*innen zusammengeschlossen. Koordiniert wird sie vom gemeinnützigen Verein „DorfwerkStadt“, der auf der INSEL ansässig ist.
 

Ehemaliger Wasserturm in Charlottenburg als Symbol des Aufbruchs

Der ehemalige Charlottenburger Wasserturm als Symbol des Aufbruchs in neue Zeiten

Felix Isermann


Ideen und Ziele
Die Mierendorff-INSEL versteht sich als „Zukunftswerkstatt des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf“, in der sich die Potenziale der dort Lebenden und Arbeitenden nachhaltig entfalten können. Geographisch betrachtet ist der Mierendorff-Kiez tatsächlich eine Insel: Er ist umgeben von der Spree, dem Westhafen-Kanal und dem Charlottenburger Verbindungskanal. Aus Sicht der Initiative „Nachhaltige Mierendorff-INSEL“ steht jeder einzelne Buchstabe der INSEL für ihre Vision: I – Innovativ, N – Nachhaltig, S – Sozial, E – Empathisch, L – Lebenswert. In diesem Sinne soll sich der Stadtteil entwickeln. Übergeordnetes Ziel ist die Stärkung der Resilienz der Bewohner*innen gegenüber unerwarteten Herausforderungen, aber auch zu erwartenden Veränderungen wie dem Klimawandel und starken Migrationsbewegungen.
Ein wichtiges Teilziel ist es, die Mierendorff-INSEL möglichst CO2-neutral und energieautark zu gestalten. Außerdem soll sich eine vernetzte und an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtete lokale Gemeinschaft entwickeln. Das Abstimmen geplanter Maßnahmen aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit von Zivilgesellschaft, Bezirksamt und der Initiative – insbesondere im Hinblick auf die wachsende Stadt und einen absehbaren Zuzug in den Stadtteil von 5.000 Menschen in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Die Maßnahmen werden ausgerichtet an den sechs Nachhaltigkeitskriterien: sozio-kulturell, ökonomisch, ökologisch, baulich-räumlich, organisatorisch-strukturell und kommunikativ.


Vom Einwohner zum Eigentümer
Von zentraler Bedeutung ist die Bestrebung, dass die Bewohner*innen möglichst viel in die eigenen Hände nehmen und die Zukunft ihrer Mierendorff-INSEL aktiv mitgestalten. Unter dem Leitmotiv „Vom Einwohner zum Eigentümer“ sollen Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gemeinschaftlich entwickelt werden: weg vom Nutzer, hin zum selbstbewussten Miteigentümer der INSEL. Auf Basis eines abgestimmten Handlungskonzeptes werden bürgerschaftliches Engagement, öffentliche Verwaltung und nachhaltiges Handeln eng miteinander verbunden. Die Grundlage für die praktische Arbeit bildet ein umfangreiches Beteiligungskonzept.
 

Charlottenburger Schlossbrücke als zentraler INSEL-Zugang

Die Charlottenburger Schlossbrücke als zentraler INSEL-Zugang

Holger Walkling


Maßnahmen
Es gilt: Was die lokale Ebene selbst entscheiden kann, soll nicht von der nächsthöheren (Verwaltungs-)Ebene entschieden werden. Nach diesem Prinzip der Subsidiarität wurden zur Entlastung der Bezirksverwaltung Gremien geschaffen, die mit ihrer Expertise und umfassender Vor-Ort-Kenntnis Entscheidungen vorbereiten und treffen, die für das Leben auf der Mierendorff-INSEL relevant sind. Zu nennen ist hier unter anderem das INSEL-Zukunftsteam (IZKT), in dem sich bis zu 25 engagierte Bewohner*innen und Akteur*innen zu wichtigen Projekten beraten und Stellungnahmen abgeben. Ein per Losverfahren vom Bezirk ermittelter INSEL-Rat, der sich aus 25 Einwohner*innen des Stadtteils zusammensetzt, trifft nachfolgend die Entscheidungen, die für den Bezirk empfehlenden Charakter haben. 2020 wird dieser INSEL-Rat das erste Mal einberufen, wenn es um die Neugestaltung des örtlichen INSEL-Rundwegs geht.
Mittel- und langfristig sollen die vorhandenen INSEL-Ressourcen nachhaltig ausgebaut und eingesetzt werden. Es werden Orte geschaffen, die als Anlauf- und Ankerpunkte für die Stadtteilarbeit dienen. Hier kommt die INSEL zusammen, neue Ideen entfalten sich, Ansprechpartner*innen und Mitstreiter*innen für neue Angebote können gefunden werden, weitere Arbeitsgemeinschaften entstehen. Der vom Bezirk direkt vor Ort eingesetzte Stadtteil-Koordinator dient dabei im Zusammenspiel mit dem beim Bezirksamt angesiedelten Stadtteil-Management als Mittler zwischen Bewohner*innen und lokalen Initiativen auf der einen und der öffentlichen Verwaltung auf der anderen Seite.